Die Rückkehr der Äsche!? | Fliegenfischer-Blog

Vor ein paar Wochen habe ich aus Zufall steigende Äschen in einem Fluss entdeckt, in dem ich die Äschen eigentlich für “ausgestorben” gehalten habe. Beginnt etwa die Rückkehr der Äsche?

Ich habe an besagten Tag eine Radltour mit einem Freund durch das Murnauer Moos gemacht. Es war ekelhaft kalt und der Nebel machte die Lage auch nicht gerade angenehmer. Keine Ahnung warum wir uns diesen Tag ausgesucht haben, aber am Ende war es doch ein schöner Ausflug.

Als wir an einem meiner Hausgewässer vorbeiradelten, sah ich auf einmal einen Ring an der Oberfläche! Und dann noch einen und noch einen. Klare Sache: Trinkpause! Es war eigentlich deutlich zu kalt, um abzusteigen und auszukühlen, aber ich hatte eine Vermutung: Im Sommer hatte ich an diesem Fluss aus heiterem Himmel zwei kleine Äschen auf Trockenfliege gefangen. Und welche Fische steigen regelmäßig an kalten Novembermorgen im Nebel? Genau! Äschen! 

Nach ein paar Minuten, in denen ich mehrere Fische steigen sah war ich mir sicher. Es sind Äschen, die da winzige Köcherfliegen an der Oberfläche fressen! Ich war total erstaunt und begeistert, weil es bei uns lange schon keine stabilen Äschenpopulationen mehr gibt. Und trotz der Tatsache, dass die Äschen ganzjährig geschützt sind, hatte ich den Eindruck, dass sich die Population nicht wirklich erholt. Bis zu diesem Zeitpunkt! 

Für den G 7 Gipfel 2015 im nahe gelegenen Schloss Elmau wurden unter anderen auch an diesem Fluss einige Flachstellen radikal ausgebaggert. Der Grund dafür war, dass der Fluss oft über die Ufer tritt und damit die Verbindungsstraße vom Schloss Elmau zu unserem örtlichen Unfallkrankenhaus überflutet. Dabei wurden wertvolle Laichstellen für die Äschen zerstört und wir dachten das wars jetzt mit der eh schon kleinen und schwachen Äschenpopulation! Umso mehr war ich schon im Sommer und noch mehr jetzt erstaunt, dass wirklich wieder Äschen da sind!

Die Rückkehr der Äsche

Wer mich kennt, weiß ganz genau, was als nächstes kommt. Ich gehe natürlich fischen, um herauszufinden, ob die vermeintlichen Äschen wirklich welche sind. Dafür habe ich mir zwar einen wärmeren Tag herausgesucht, aber es stiegen trotzdem Fische! Anfangs tat ich mir sehr schwer und es stiegen auch nicht wirklich viele Fische. Ich fing in dieser Zeit aber sogar schon eine ein- bis zweisömmrige Äsche mit der Trockenfliege und eine knapp 30cm lange mit der Nymphe. 

Die Rückkehr der Äsche

Ich war schon überaus happy und je tiefer die Sonne sank, desto mehr Fische fingen an zu steigen. Ich konnte am Ende 5 oder 6 Äschen fangen! Alle zwischen 8 und 35cm lang. Und selbstverständlich durften alle wieder in ihr Element zurück! Einen größeren Fisch, der meine Nymphe nahm, habe ich leider im Drill verloren, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass es eine Äsche war.

Die Rückkehr der Äsche

 

Mit anderen Worten: In diesem Abschnitt des Flusses gibt es eine relativ stabile Population von Äschen! Vor allem der Fakt, dass ich Äschen in verschiedenen Größen fing, machte mich glücklich. Das heißt nämlich, dass die Äschen in diesem Flussabschnitt erfolgreich laichen und dadurch die Population erhalten, wenn nicht sogar vergößern!

Die Rückkehr der Äsche

Solche Entdeckungen geben mir Hoffnung, dass die Natur der Zerstörung durch den Menschen etwas entgegenzusetzen hat! Für mich war dieses Erlebnis fast wie ein Kampfschrei der Natur, die mir sagen wollte: “Nicht aufgeben! Es gibt Hoffnung!”. Dieser Kampfschrei soll auch dir Hoffnung geben und dir bewusst machen, dass wir uns um unsere Natur kümmern müssen! Und das schleunigst! Denn alles hängt zusammen und es geht hier um weitaus mehr als darum, dass wir in Zukunft wunderschöne Äschen mit der Fliegenrute fangen können!

Und natürlich habe ich an dem Tag wieder ein Video gedreht. Klick auf das Bild unten, um dir das Video anzuschauen! Viel Sp

Lass uns hoffen, dass das tatsächlich der Anfang der Rückkehr der Äsche ist!


Tight Lines und bis nächste Woche

Benedikt Richter

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